Während der Schauspiel­ausbildung zeigte sich das Talent von Jenny Meyers für komische Figuren. Mit der ihr eigenen Idio­synkrasie verkörpert sie eine Reinigungs­kraft in einem gehobenen Hotel, die keck auf die Avancen älterer Männer zu reagieren weiß, und die ganz non­chalant ein Kleid stiehlt – weil es einfach zu ihr passt …

Durch seine Körperlich­keit versteht es Manuel Hilgers einen Polizisten in all seinen Facetten zu verkörpern und glaub­haft zu spielen. Manuel Hilgers kann durch seine ihm eigen­tümliche Weise aus der Schablone der Figur des Polizisten heraustreten und ihr seinen persön­lichen Stempel aufdrücken. Das gibt seiner Figur Spannung und macht sein Schau­spiel besonders.

Stefanos Triantafillous Szenenidee beruht auf ein Spiel mit innerer und äußerer Welt. Eine harmlose Begegnung zwischen ihm und einer Freundin entpuppt sich als ein Fantasiegebilde getragen von Missgunst und Hass. Die Szene lebt hier von der Dissonanz zwischen seinem Schauspiel und seinen Visionen, die gezeigt werden.

Gina Makurat spielt eine Figur die mit einem krassen Trauma konfrontiert ist. Die Vergangenheit spült sich in ihre Gegenwart, so dass es ihr schwer fällt sich der Konfrontation einer anderen Insassin zu stellen. Ihr Schauspiel lebt von den inneren Bildern, die sie sich für die Szene erarbeitet hat.

Hendrik Geist spielt hier einen jungen Musiker, der mit seinem Hund auf der Straße lebt und auf seine Art mit sich im Reinen ist. Ihm begegnet eine Freundin aus alten Zeiten. Zusammen treten sie eine Reise in die gemeinsame Vergangenheit an. Hendrik Geist besitzt ein sehr feines Gespür für die Verkörperung von Figuren, wo Freude und Verletzlichkeit sich die Waage halten.

In einem historischen Setting erkämpft sich Lea Gröning mit ihrer Figur einen Hochstatus gegenüber einem gewalttätigen Mann. Lea Gröning zeigte in ihrer Ausbildung schon immer die ausgeprägte Fähigkeit mit inneren Bildern und Haltung zu arbeiten. Ihre Szene lebt von Blicken und Andeutungen und zeigt die Feinheit ihres schauspielerischen Könnens.

Louisa Hohner wählt hier den Konflikt mit ihrem querschnitt­gelähmten Freund. Zusammen balancieren sie auf der Riss­kante eines Lebens, das sich in ein „vor“ und „nach“ dem Unfall unter­teilen lässt. Beide müssen sie lernen, in den Spiegel der Wahr­heit zu schauen. Ein Prozess, der beiden Schauspielern Raum für die ihn eigene Verkörperung gibt.

Miguel Klein Medina hat eine außerordentliche Fähigkeit den Raum um sich herum wahrzunehmen und einzubeziehen. In dieser Überfallszene nimmt er die Impulse seines Spielpartners auf, ohne seinen eigenen Rhythmus zu verlieren. Miguel führt die Szene. Sein Schauspiel wird von unmittelbarer Wahrhaftigkeit getragen.